AKJ stat
Forschungsverbund DJI

Konzeption

Das Konzept einer amtlichen Statistik zur Kinder- und Jugendarbeit sieht eine trägerbezogene Angebotsstatistik vor. Gemeint ist damit eine umfassende Erfassung der öffentlich geförderten Angebote der Kinder- und Jugendarbeit insbesondere im Sinne des § 11 SGB VIII sowie der Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen für ehrenamtliche Mitarbeiter/-innen nach § 74 Abs. 6.

Ziel ist es, das Arbeitsfeld über die amtliche Statistik zumindest im Überblick umfassend sichtbar zu machen und somit das Wissen über die Kinder- und Jugendarbeit dauerhaft zu erhöhen. Mit dem Fokus der amtlichen Statistik auf die Angebotsdimensionen für die Kinder- und Jugendarbeit kann für das Arbeitsfeld die beachtliche thematische Breite, aber auch die Vielfalt pädagogischer Settings besser veranschaulicht werden.

Für das Erhebungskonzept einer Angebotsstatistik werden gleichwohl im Sinne einer Praktikabilität eines Erfassungsinstrumentes verschiedene Ebenen unterschieden. Differenziert wird zwischen der Offenen Kinder- und Jugendarbeit und der gruppenbezogenen Kinder- und Jugendarbeit als zentrale Angebotsform der Kinder- und Jugendverbände. Darüber hinaus werden gesondert Veranstaltungen und Projekte im Rahmen der Kinder- und Jugendarbeit erfasst.

Relevant für eine amtliche Erhebung im Kontext der Kinder- und Jugendhilfe sollten nicht zuletzt vor dem Hintergrund einer möglichst zu vermeidenden Überforderung der Auskunftsgebenden nur solche Merkmale sein, die mit einem noch verhältnismäßigen Aufwand verfügbar sind und bei denen man mit Blick auf Praxis, Politik und Wissenschaft von einem „dauerhaften“ Erkenntnisinteresse ausgehen kann, beispielsweise hinsichtlich der Relevanz für strategische Steuerung und politische Gestaltung. Für die Jugendarbeitsstatistik hat dies mit Blick auf die Erhebungsdimensionen zur Folge, dass es sich dabei um einen vergleichsweise schmalen Katalog handelt, gleichwohl können hierüber wichtige und vor allem auch verlässliche Beiträge für eine empirische Dauerbeobachtung des Arbeitsfeldes geleistet werden. Das heißt im Einzelnen:

  • Über die Erfassung der „Art des Trägers und der Rechtsform“ ist es beispielsweise möglich, die Umsetzung des Subsidiaritätsprinzips und einer damit einhergehenden Pluralität des Trägerspektrums mit Blick auf die Ausgestaltung der Angebote zwischen Bildung, Freizeit und Erholung zu verdeutlichen.

  • Über die Angaben zur „Art des Angebots“ kann Kinder- und Jugendarbeit als pädagogisch gerahmter Raum für junge Menschen sichtbar gemacht werden. Hierüber werden die Vielfalt der Angebotsformen sowie thematische Schwerpunkte deutlich.

  • Durch eine Erfassung der „Teilnehmenden“ sowie für die Offene Kinder- und Jugendarbeit zusätzlich der „Besucher/-innen“ können Hinweise zur zentralen Frage der Reichweite der Angebote gewonnen werden.

  • Über die amtliche Statistik kann zukünftig zumindest der Anteil der Angebote und Angebotsformen in Kooperationen mit Schulen regelmäßig beobachtet werden. Gemeinsame Arbeitskontexte, wie sie auch im § 11 SGB VIII mit der „schulbezogenen Jugendarbeit“ beschrieben werden, haben sich etabliert und gehören heute fest zum Arbeitsfeld der Kinder- und Jugendarbeit.

  • Für die erfassten Angebote der Kinder- und Jugendarbeit wird der Einsatz bzw. das Engagement der hier tätigen Personen erfasst. An dieser Stelle geht es nicht um eine Duplizierung der Beschäftigtenzählung in der Kinder- und Jugendarbeit, zumal dies über die Einrichtungs- und Personalerhebung in regelmäßigen Abständen seitens der amtlichen Statistik geleistet wird. Vielmehr geht es um eine Erfassung personeller Ressourcen für Angebote der Kinder- und Jugendarbeit.